{"id":425,"date":"2013-05-12T16:24:33","date_gmt":"2013-05-12T15:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/kindervonwien.at\/?p=425"},"modified":"2013-05-12T16:24:33","modified_gmt":"2013-05-12T15:24:33","slug":"news-orf-at-kinder-von-wien-in-der-ankerbrotfabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kindervonwien.at\/?p=425","title":{"rendered":"news.orf.at: \u201eKinder von Wien\u201c in der Ankerbrotfabrik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es herrscht Leben in der Tr\u00fcmmerlandschaft. Im Keller eines zerschossenen Hauses hat sich eine kleine Schicksalsgemeinschaft eingenistet &#8211; M\u00e4dchen und Buben, die mehr erlebt haben, als einem lieb sein kann, und die \u00fcberlebt haben, ohne zu wissen, wie ihnen geschieht. Es sind \u201eDie Kinder von Wien\u201c, die ab 15. Mai in der Expedithalle der fr\u00fcheren Ankerbrotfabrik besucht werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Das St\u00fcck spielt im Nachkriegs-Wien, \u201eaber nat\u00fcrlich k\u00f6nnte es auch in Kabul oder im heutigen Aleppo spielen\u201c, sagt Anna Maria Krassnigg. Die Regisseurin, selbst Wienerin des Jahrgangs 1970, hat \u201eals literarisches Tr\u00fcffelschwein\u201c den 1946 erschienenen Roman \u201eDie Kinder von Wien\u201c von Robert Neumann (1897 bis 1975) wiederentdeckt und selbst dramatisiert.<\/p>\n<p><strong>\u201eEin unglaubliches Unikat\u201c<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch habe mich in diesen Roman verliebt, weil er ein unglaubliches Unikat ist\u201c, erz\u00e4hlt die Regisseurin im APA-Interview mit Wolfgang Huber-Lang. \u201eEr ist ein verwegenes Produkt der Nachkriegszeit, das von den Verheerungen des Krieges in den Seelen und der Sprache berichtet. Es ist eine Mischung aus B\u00fchnenwerk, Drehbuch und Roman, ein b\u00f6sartiges, geistreiches, witziges M\u00e4rchen, das mehr Wahrheit verstr\u00f6mt als so manche Dokumentation.\u201c Auch die Sprache ist ein wilder Mix aus \u201eDeutsch, gemischt mit Jiddisch, gemischt mit American Slang und Popolski und Russian Slang\u201c, hei\u00dft es bei Neumann.<\/p>\n<p>Das Buch wurde auf Englisch geschrieben, \u201eaddressed to the men and women of the victorious countries. It was written for the sake of the children of Europe, in two months of their misery in the winter of 1945-46\u201c, wie es Neumann selbst beschrieb. Im eigenen Land wurde der Hilfeschrei an die Siegerm\u00e4chte nicht gerne geh\u00f6rt: \u201eLange wurde das Buch indiziert und verleugnet, Neumann galt als Nestbeschmutzer.\u201c Erst eine Wiederauflage in Hans Magnus Enzensbergers \u201eDie Andere Bibliothek\u201c im Jahr 2008 rief den Roman wieder in Erinnerung.<\/p>\n<p><strong>Gerne \u201ezwischen den St\u00fchlen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dass sie ihre Inszenierung nun als Festwochen-Produktion herausbringen kann, habe sie vor allem ihrer Beharrlichkeit zu verdanken, erz\u00e4hlt Krassnigg, die \u201egerne zwischen den St\u00fchlen sitzt\u201c, jedoch meint, sich als heimische Theaterschaffende bisweilen \u201ein dieser Stadt als \u00e4hnlicher Alien zu f\u00fchlen wie die displaced persons in dem Roman\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Spielbetrieb in ihrem eigenen Theaterraum, dem Salon 5 in Wien-F\u00fcnfhaus, bekam sie bisher mehr Geld aus dem Ausland als aus heimischen F\u00f6rdert\u00f6pfen. Auch die Kooperation mit den Festwochen sehe keine Beteiligung an den Produktionskosten vor: \u201eDe facto hosten die Festwochen das Projekt, machen Pressearbeit, Marketing und Vertrieb. Weil das aber alles sehr teuer ist, hilft uns das sehr.\u201c<\/p>\n<p>Von der k\u00fcnftigen Festwochen-Leitung w\u00fcnscht sie sich, sie m\u00f6ge sich neben internationalen Koproduktionen auch vermehrt um das kreative Potenzial der Stadt k\u00fcmmern. Im Salon 5 erf\u00e4hrt die Auff\u00fchrung der \u201eKinder von Wien\u201c in drei diskursiven Veranstaltung, die sich um die \u201eHistory\u201c hinter der \u201eStory\u201c k\u00fcmmern, ihre Fortsetzung.<\/p>\n<p>06.05.2013<br \/>\n<a href=\"http:\/\/orf.at\/festwochen\/stories\/2582706\/\" title=\"news.orf.at\" target=\"_blank\">news.orf.at &#8211; &#8222;Kinder von Wien&#8220; in der Ankerbrotfabrik<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es herrscht Leben in der Tr\u00fcmmerlandschaft. 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