{"id":499,"date":"2013-05-24T12:49:15","date_gmt":"2013-05-24T11:49:15","guid":{"rendered":"http:\/\/kindervonwien.at\/?p=499"},"modified":"2013-05-24T12:49:15","modified_gmt":"2013-05-24T11:49:15","slug":"apa-wiener-festwochen-die-kinder-von-wien-im-uberlebenskampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kindervonwien.at\/?p=499","title":{"rendered":"APA: Wiener Festwochen: &#8222;Die Kinder von Wien&#8220; im \u00dcberlebenskampf"},"content":{"rendered":"<p>Achtbare Wiederentdeckung des Nachkriegsromans von Robert Neumann durch Anna Maria Krassnigg &#8211; Expedithalle der Ankerbrotfabrik als Tr\u00fcmmerlandschaft<\/p>\n<p>[&#8230;] Im geschickt ausgeleuchteten weitl\u00e4ufigen Areal der Fabrikshalle wirken die pittoresk aufgebauten Bauschutt-Inseln zun\u00e4chst wie eine Kunstinstallation, die mit Tr\u00fcmmer- und Trash-Chic arbeitet. Zu diesem Eindruck tragen auch die hinter der Zuschauertrib\u00fcne montierten Lautsprecher bei. Die n\u00f6tige Atmosph\u00e4re aus Verzweiflung und Leid, Angst und \u00dcberlebenswillen, &#8222;M\u00f6rdergrube und Hurenhaus&#8220;, beginnt sich erst einzustellen, als die wie verloren durch das Setting irrenden Darsteller zueinander und in ihre Rollen gefunden und sich warm gespielt haben. Erst dann entsteht das Bild einer kleinen Schicksalsgemeinschaft aus Kindern, die wesentlich \u00e4lter wirken als sie sind, weil sie mehr erlebt haben als andere in ihrem ganzen Leben. Dann entfaltet auch die verwegene Sprach-Mischung ihre Wirkung, in der sich Deutsch und Jiddisch, Englisch und Russisch zu jenem eigenwilligen, aber durchaus poetischen Kauderwelsch verbinden, das den lange vergessenen Roman kennzeichnet.<\/p>\n<p>Herausragend sind Kirstin Schwab als Gelegenheitsprostituierte Ewa, die am liebsten &#8222;a Jungfrau werden&#8220; m\u00f6chte, und Petra Gstrein als ehemaliges BdM-M\u00e4del Ate, die auf keinen Fall mehr Adeltraut genannt werden m\u00f6chte, die Staatsideologie von einst noch nicht ganz abgelegt, aber ihren ureigenen \u00dcberlebenswillen schon gefunden hat. Wie die beiden das gemeinsame Trinken von getrocknetem R\u00fcbenschalentee als &#8222;Kaffeekr\u00e4nzchen&#8220; unter feinen Damen gestalten, gibt jene Spiel\u00e4sthetik vor, die der Abend ben\u00f6tigt: ums Leben spielen, des Lebens und des Spielens wegen. Die Kindheit l\u00e4sst sich so leicht nicht abt\u00f6ten.<\/p>\n<p>Daniel Frantisek Kamen als Jid und Jens Ole Schmieder als Goy spielen verschiedene m\u00e4nnliche Facetten dieses Kampfes um eine Zukunft, die Martin Schwanda und Werner Brix als unterschiedliche Spielarten der Erwachsenenwelt bedrohen. Bleibt David Wurawa als schwarzer Reverend der US-Army, der als rettender Engel im Keller auftaucht, und mit seinem Idealismus auch brutal an Grenzen st\u00f6\u00dft. Ein Verb\u00fcndeter, der vieles, aber nicht alles m\u00f6glich machen kann. Ein Hoffnungsstrahl in einer d\u00fcsteren Welt. Eine starke Leistung. [&#8230;]<\/p>\n<p>APA, 16. Mai 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtbare Wiederentdeckung des Nachkriegsromans von Robert Neumann durch Anna Maria Krassnigg &#8211; Expedithalle der Ankerbrotfabrik als Tr\u00fcmmerlandschaft [&#8230;] Im geschickt ausgeleuchteten weitl\u00e4ufigen Areal der Fabrikshalle wirken die pittoresk aufgebauten Bauschutt-Inseln zun\u00e4chst wie eine Kunstinstallation, die mit Tr\u00fcmmer- und Trash-Chic arbeitet. &hellip; <a href=\"https:\/\/kindervonwien.at\/?p=499\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[7],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3g70S-83","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/499"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=499"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/499\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":500,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/499\/revisions\/500"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=499"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=499"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kindervonwien.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}